Plattform für Informationen des Ortsbeirates Rohrbach
(Ortsteil von Ober-Ramstadt)
aus der Sicht der
CDU-Fraktion.
Verantwortlich für den Inhalt: Werner Ferdinand

Bürgerhaus Rohrbach

28.06.2018 eingestellt
10.05.2019 überarbeitet für mehr Transparenz (diese Überarbeitung erfolgte auf private Initiative, da ich nicht mehr Mitglied der Fraktion bin)

 

Die Stadtverordneten haben mit der Mehrheit der SPD am 08.02.2018 entschieden, dass das Bürgerhaus in Rohrbach abgerissen und neu gebaut werden soll.

Die Grundlage für die Entscheidung zum Neubau war ein Gutachten von 2009 in dem 3 Sanierungsvarianten untersucht wurden.

1. energetische Sanierung einschl. Massnahmen für Dach und Sonnenschutz: 1.150.000€, also unter Berücksichtigung der Energieeinsparverordnung EnVO.
2. Sanierung wie 1. , zusätzlich Sanierung der Innenräume: 1.620.000€
3. Komplettsanierung, wie 2., zusätzlich Geräte für Küche und Gastraum, Bodenbelag und Decke, Fassadenverkleidung und sogar akustische Massnahmen sowie eine Photovoltaikanlage und Solarkollektoren:
1.980.000€

In der der Stadtverordnetenversammlung vorangegangenen Bauausschusssitzung wurden die Kosten des Gutachtens auf das heutige Datum wie folgt von der Verwaltung hochgerechnet und präsentiert (zu diesem Zeitpunkt war das Gutachten der CDU-Fraktion noch nicht bekannt, siehe unten):

Zitat aus dieser Versammlung:

"Die Sanierung nach Energieeinsparverordnung EnVO kostet 2.000.000€ lt. Gutachten, auf das ein Zuschlag wegen Preissteigerungen und zus. Forderungen der EnVO von 40% aufgeschlagen werden muss. Damit liegen die Kosten für eine Sanierung bei 2.800.000€, also in der Grössenordnung wie für einen Neubau. Zusätzlich reduzieren sich die Folgekosten um 50%, weil der Neubau nur noch halb so groß wird"

Zitatende

 

An dieser Aussage ist nachweislich Folgendes falsch:
1. Die genannten Kosten von 2.000.000€ gelten für die Komplettsanierung und nicht nur für die Sanierung nach EnVO

2. Die Kostensteigerung beträgt nur 20%, gemäss Kostensteigerungsindex und 0% für Forderungen aus der EnVO

3. Die Folgekosten erhöhen sich nicht proportional des Bauvolumens. Lediglich die Betriebskosten erhöhen sich, was aber von den Folgekosten durch die höhere Investition mehr als kompensiert wird.

 

Obwohl der in der Bauausschusssitzung anwesende IKEK-Koordinator und Architekt, H. Kind, mitteilte, dass im Rahmen des Architektenauftrages gemäss HOAI ein Vergleich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen und danach erst entschieden werden soll ob Neubau oder Sanierung, wurde auf eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung/-berechnung verzichtet und mehrheitlich beschlossen, das Bürgerhaus abzureissen.

Auch nachdem in der folgenden Stadtverordnetenversammlung von der CDU dargelegt wurde, dass die in der Bauausschusssitzung genannten Zahlen falsch sind und die korrekten Zahlen klar für eine Sanierung sprechen, wurde wie bereits im Ausschuss, mehrheitlich für "Neubau" entschieden.

Werden für die Kostenermittlung einer Sanierung zum heutigen Zeitpunkt die korrekten Kosten und die korrekte Preissteigerung zugrunde gelegt, betragen diese 1.380.000€. Das sind rd. 1.400.000€ weniger als in der Bauausschusssitzung genannt.

Auch bei Zugrundelegung der Kosten für eine Gesamtsanierung, bei der gegenüber dem jetzigen Gebäude eine deutliche Verbesserung, auch des Komforts, gäbe, lägen die Kosten einer Sanierung (2.376.000€) immer noch deutlich (ca. 500.000 bis 700.000€) unter den Kosten für einen Neubau und - zur Erinnerung - das Bürgerhaus bliebe gross.

Aber auch unabhängig von diesen Zahlen und bei Annahme, dass Neubau und Sanierung etwa gleiche Kosten zur Folge haben, bliebe den Rohrbachern bei einer Sanierung das Bürgerhaus in der bestehenden Grösse erhalten. Der Neubau ist nur halb so gross vorgesehen, weil vermieden werden soll, dass die Versammlungsstättenrichtlinie beachtet werden muss (ist ab 199 Personen erforderlich).

Das Bürgerhaus, so wie es jetzt, 2019, besteht, ist voll funktionsfähig und es gibt keinerlei Einschränkungen in der Nutzung.
Eine energetische Sanierung würde jeder private Investor erst vornehmen, wenn nachgewiesen wäre, dass sich diese amortisiert. Warum nicht auch beim Bürgerhaus? Vielleicht weil Steuergelder, auch wenn schon Schulden vorhanden sind, immer noch beliebig zur Verfügung stehen?

Ob die falschen Zahlen absichtlich oder nur wegen Unkenntnis genannt wurden, kann kaum nachvollzogen werden. Allerdings wurde die Entscheidung der Stadtverordneten absichtlich erschwert oder gar unmöglich gemacht, indem man das oben genannte Gutachten erst 5h vor der Stadtverordnetensitzung zur Verfügung stellte. Das, obwohl dieses von den Fraktionen der CDU und BFO/Grüne bereits Wochen vorher angefordert wurde.

Die CDU- und BFO/Grüne-Fraktion forderten eine Verschiebung der Entscheidung, um auf Grund des (zu kurzfristig vorgelegten) Gutachtens den Sachverhalt noch einmal prüfen zu können. Dies wurde mehrheitlich abgelehnt.

Das Bürgerhaus funktioniert im Prinzip ohne Einschränkungen. Die in IKEK- Dokumenten erwähnte geringe Lagerfläche kann leicht erhöht werden, indem man die Räumlichkeiten der defekten Kegelbahn dafür nutzt.

So ist es auch möglich, nur eine energetische Sanierung (falls sich diese überhaupt amortisiert) und die Sanierung der WC-Anlagen vorzunehmen.
Mit dieser Variante könnten gegenüber einem Neubau deutlich über 1.000.000€ eingespart werden. Da wäre z.B. auch noch eine Trennwand in der Halle machbar.

Bei all diesen Entscheidungen wurde der Ortsbeirat nicht einbezogen, obwohl dies nach § 82 HGO erforderlich ist und der Ortsbeirat in der Sitzung vom 22.01.18 den Magistrat ausdrücklich darum geben hatte.

Sozusagen als "Trostpflaster" gab es dann am 26.06.18 eine Sitzung des Ortsbeirates, in dem über den Stand berichtet wurde.

Es wurde auch erläutert, dass im Gesamtkonzept der Bürgerhäuser aller 3 Ortsteile, das Bürgerhaus in Rohrbach für kulturelle Veranstaltungen, das Bürgerhaus in Modau für Sportveranstaltungen und das in Wembach/Hahn für "gemütliche kleine" Vereinsveranstaltungen vorgesehen sind.

Die vorgesehene Nutzung für grössere kulturelle Veranstaltungen widerspricht u.E. ebenfalls einer Verkleinerung des Bürgerhauses. Dies in der Ortsbeiratssitzung angesprochen, wurde damit beantwortet, dass die Veranstaltungen dann in der Stadthalle stattfinden müssen.

Das würde für die Veranstalter zusätzliche Kosten bedeuten. Die Laienspielgruppe muss z.B. bei halber Besucherkapazität doppelt so oft aufführen, wodurch sich nicht nur der Aufwand sondern auch die Hallengebühr entsprechend erhöht.

Zum neuen Feuerwehrgerätehaus:
Oft wurde argumentiert, dass wegen des neben dem Bürgerhaus geplanten neuen Feuerwehrgerätehauses ein Abriss des vorhandenen Gebäudes erforderlich sei. Das ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Es gibt z.B. ein Neubaukonzept, bei dem das Feuerwehrgerätehaus abgesetzt von der Halle geplant und nur mit einem schmalen Gang mit dem Bürgerhaus verbunden ist. Das wäre auch ohne Probleme bei einer Sanierung des vorhandnen Gebäudes machbar, zumal ja die Heizung sowieso erneuert würde und leicht für die Feuerwehr höher dimensioniert werden könnte.

 

Liebe Rohrbacher.

Wir bedanken uns herzlich für Ihren Besuch bei der Ortsbeiratssitzung am 26. Juni 2018 und Ihr damit verbundenes Interesse.
Wir haben alle unsere Möglichkeiten ausgeschöpft, um das Bürgerhaus in Rohrbach in der jetzigen Grösse zu erhalten und fast 1Mio.€ Steuergelder einzusparen oder zumindest eine fachlich fundierte Grundlage für die Entscheidung herbei zu führen..
Es ist jetzt wohl endgültig, dass es einen Neubau geben wird.
Wir wünschen und hoffen, dass er gut gelingt und von den rohrbacher Bürgern optimal genutzt werden kann.

Ihre CDU im Ortsbeirat Rohrbach,
i.V. Werner Ferdinand.

 

Nachtrag 10.06.2019:
Die neue Halle soll mit einem Zuschuss aus dem IKEK-Verfahren gefördert werden.
Im IKEK-Leitfaden steht geschrieben, Zitat:

..."Allerdings gilt dabei immer das Motto „Sanierung und Umbau vor Abriss und Neubau“. Vor einem Abriss ist der Gebäudezustand (zumindest bauliche Missstände aufweisende Liegenschaften) u.a. auch unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen und städtebaulichen Erfordernissen zu bewerten"....

Diese Vorgaben wurden offensichtlich nicht beachtet. Sollte dies zur Konsequenz haben, dass es dadurch keine Förderung gibt, wäre der finanzielle Schaden für die Ober-Ramstädter Steuerzahler noch höher als oben beschrieben.

Es kann davon ausgegangen werden, dass das Bürgerhaus bei einem Neubau doppelt so lange nicht genutzt werden kann wie bei einer Sanierung. Während der Außensanierung könnte die Halle weiter genutzt werden.

Nachtrag 18.09.19
Ich habe jetzt erfahren, dass vorgesehen ist, bei goßen Besucherzahlen, die das kleinere Bürgerhaus nicht mehr fassen kann, dieses nach außen mit einer mobilen zeltähnlichen Konstruktion zu erweitern.
Ich gebe da zu bedenken, dass dann die Anwohner noch mehr akustisch belastet werden als es jetzt schon der Fall ist , zumal auch die Feuerwehr dort etabliert werden soll und für zusätzlichen Lärm bei Einsatzen, Übungen, Wartungsarbeiten, Versammlungen udgl. sorgen wird.

 

 

 

 

 

 

Hier, auf der HP der Stadt gibt es zus. Informationen mit Suche "IKEK"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Baupreisindex

Pressemitteilung der CDU zu diesem Thema - klick hier (pdf ca. 8kB)

Darmstädte Echo zur Stadtverordnetenversammlung am 08. 02.2018 - klick hier (pdf ca.17kB )

   

 

 

Zum Abschluss bitte noch Fotos vom Endspiel der Fussball-WM 2002, das sich viele Rohrbacher im Bürgerhaus angesehen haben.
In einem möglichen Neubau würden die nicht mehr alle reinpassen.

Zur Erinnerung:
Im Endspiel standen sich Deutschland und Brasilien gegenüber, was die Südamerikaner mit 2:0 gewannen.
Aber da kann das Bürgerhaus nichts dafür...

   
   
   
   
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05.05.2018: Der Sportverein Blau-Gelb-Darmstadt, Abteilung Kampfsport Vovinam im voll besetzten Bürgerhaus

Die Veranstalter kommen schon einige Jahre ins Bürgerhaus Rohrbach um diese internationale Veranstaltung durchzuführen.
Dies wegen des geräumigen Bürgerhauses, der grossen Bühne und der Küche.
Bei einer gezielten Vermarktung könnte das Bürgerhaus, auch in der vorhanden Grösse, sicher um Einiges wirtschaftlicher betrieben werden.